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Alice Nkom, ©Milagros Martinez-Flener

Alice Nkom, ©Milagros Martinez-Flener

Die afrikanische Mode im globalen Kontext

In den letzten Jahren finden in verschiedensten Ländern auf verschiedensten Kontinenten immer mehr „African Fashion Weeks“ statt. Überwiegend Schwarze Models zeigen Modekreationen afrikanischer Fashiondesigner vor einem sehr interessierten internationalen Publikum. Prägend für die Modekreationen der Designer ist der demonstrative Einsatz des afrikanischen Textilkulturerbes. Eine Wiederbelebung der Textilkreationen nach einer sehr langen Periode der Überflutung der afrikanischen Textilmärkte mit billiger Second Hand Kleidung/Textilien aus Europa und den USA.

Afrikanische Stoffe

Afrikanische Stoffe sind das gegenwärtig sichtbarste Zeichen der Modekreativität des Kontinents. Als Kinder, Anfang der 1980er Jahre in Kamerun, hatten wir eine Tradition in der Familie: Wir waren daran gewöhnt, von unseren Eltern zwei bis drei Mal im Jahr zum Familien-Maßschneider gebracht zu werden, um unsere Kleidung schneidern zu lassen. Die Eltern hatten vorher Stoffe gekauft, die vor Ort aus lokaler Baumwolle von einer Textilfirma produziert worden waren. Im Regelfall erhielten wir vom Schneider nach 14 Tagen unsere Kleidung und im Gegenzug bekam er für seine Arbeit eine Bezahlung. Wir waren nicht die Einzigen. Davon konnte er gut leben und wir Kinder waren sehr stolz auf unsere neue Kleidung. Und wenn die Kleidung später Löcher bekam, schmissen wir sie nicht weg. Sondern wir brachten die Kleidung erneut zum Schneider und er besserte die Löcher aus. Weggeschmissen haben wir nur Kleidung, die nicht mehr wirklich tragbar war. Heutzutage sieht die Situation ganz anders aus. Diese Einstellung hatte auch mit den verankerten Bekleidungs- und Kulturtraditionen der jeweiligen afrikanischen Länder zu tun.

Entgegen der Klischees, wonach AfrikanerInnen seit Jahrhunderten nackt bis halbnackt herumlaufen, erzählt die Geschichte Afrikas eine andere Realität: Archäologen haben in altafrikanischen Gräbern in Ägypten Zeichnungen von Webstühlen aus dem Jahr 3000 vor unserer Zeit gefunden. Weiter südlich wurden fünf Jahrhunderte alte Baumwolltuchreste in Meroe, im aktuellen Nordsudan, gefunden. In West-, Zentral- und Südafrika ist die Geschichte von Stoffproduktionen eine sehr alte, die nachweislich seit dem 8 .- 9. Jahrhundert existiert. Bis heute werden diese alt bewährten Traditionstechniken in der Herstellung von hochwertigen Stoffen ausgeübt: u. a. Bogolan, Kente und Adinkra in West- und Zentralafrika; Kitenge, Shuka Massai, Sisal, Raffia in Ost und Südafrika.




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