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Buch Cover ©Mandelbaum Verlag

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„Expeditionen ins Afrikanische Österreich“ von Walter Sauer

Walter Sauer geht in seinem neuen Buch auf Basis aktueller Forschung afrikanischen Spuren nach und legt dabei überraschende Facetten österreichischer Geschichte und Gegenwart frei: „Es ist in erster Linie ein Österreich- und erst sekundär ein Afrikabuch.“

African Lace ist ein unentbehrlicher Bestandteil der Schneidereien in Nigeria. Ohne Gesticktes keine Hochzeit, keine feierlichen Gewänder und modischen Kreationen in Lagos. African Lace kommt aus Vorarlberg. Seit Mitte der 1960iger Jahre lassen es sich nigerianische Händlerinnen nicht nehmen, persönlich nach Vorarlberg zu reisen und die Spitze und Stickereien auszuwählen. Im Juni 2013 eröffnete das Vorarlberger Landesmuseum mit der Ausstellung „Lustenau Lagos African Lace“.  Ausgenommen von diesen bis Heute regen Handelsbeziehungen lassen sich in Vorarlberg nur wenige Afrikabezüge finden.

Mit seinem umfangreichen Reisekaleidoskop entführt uns der Autor in ein Österreich, das durchaus über einen langen Zeitraum auf die eine oder andere Weise Verbindungen mit Afrika pflegte. Sichtbar werden diese Spuren nicht nur durch Handelsbeziehungen. Vor allem in der Architektur, in Denkmälern, Gemälden, Altären, Wappen, Straßenbezeichnungen, Musik-, Theater- und Filmaufführungen sowie Ausstellungen finden sich Anhaltspunkte zu Afrika.

Mit akribischer Recherche und unerschrockenem Nachfragen ist es Walter Sauer gelungen, das Konzept seines 1996 erschienenen Buches „Afrikanisches Wien“ auf ganz Österreich umzulegen. Bereits vor etwa 2000 Jahren lassen sich die ersten Kontakte mit dem afrikanischen Kontinent nachweisen. In der römischen Antike florierte der Austausch mit den Provinzen Mauretania, Numidia oder Africa Proconsularis. Auch in der Antike waren die Menschen mobil und es gab beiderseitige Migrationsbewegungen.

©Mandelbaum Verlag

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Die Darstellungen des Kontinents des Südens und seiner Bewohner änderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Die politischen Rahmenbedingungen bestimmten und bestimmen die Repräsentation der Afrikabilder in den Köpfen der Menschen. Wie und wo diese Bezüge zu finden sind und in welcher Form sie vermittelt und manchmal auch verschwiegen werden, das ist das Geheimnis dieses Buches. Man wird nicht müde von Bundesland zu Bundesland zu wandern, sich über Wappen und Straßennamen zu wundern und vor allem entdecken die Lesenden Neues oder Altes in neuem Licht.

In der Stadt Salzburg ehrt man den Dichter Georg Trakl. Im Innenhof des Traklhauses steht eine Bronzebüste von Léopold Sédar Senghor. Der Dichter, Philosoph und erste Staatspräsident Senegals hielt 1977 die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele. Gegenwärtig sind die Beziehungen zwischen Afrika und Salzburg vor allem durch Red Bull geprägt. Der Konzern gilt als einer der größten Exporteure nach Afrika.

Die Gliederung dieses Reisebuches lässt die Reisenden nicht ohne Karte des jeweiligen Bundeslandes zurück. Zusätzlich beginnt jedes Kapitel mit der aktuellen Situation der Afrikabeziehungen. Saliah Razak heißt der vielfach porträtierte und wohl bekannteste Afrikaner Salzburgs. Der in Ghana Geborene ist Buslenker in der Festspielstadt.

Dieses Buch ist ein besonderes Geschenk, es verbindet nicht nur Österreich und Afrika, es lässt ein Zeitfenster entstehen, in dem der Raum für neue Gedanken bunt und weit ist.

  • Expeditionen ins Afrikanische Österreich. Ein Reisekaleidoskop.
  • Walter Sauer
  • Mandelbaum Verlag, Wien 2014
  • ISBN: 978-3-901446-14-6



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