Cassandra-Steen

Cassandra Steen: „Es ist schön, wenn man sich selbst für einen Moment vergisst…“

Wir kennen sie von Glashaus, Zusammenarbeiten mit Xavier Naidoo und als erfolgreiche Solo-Sängerin – Cassandra Steen ist eine der deutschen Soul- und R’n’B-Stimmen. Doch eigentlich wächst sie als US-Amerikanerin auf einem Armeestützpunkt in Stuttgart zweisprachig auf, bevor sie die Bundesrepublik mit ihrer Musik im Sturm erobert.

Dein aktuelles Werk „Spiegelbild“ ist im Oktober veröffentlicht worden. Du hast ja schon einige Alben veröffentlicht. Ist dieser Prozess noch aufregend für dich?
Aufregend ist es immer. Allerdings habe ich mittlerweile keine Angst mehr, sondern finde es sehr spannend zu sehen, wie die Menschen darauf reagieren. Bis jetzt scheint es ihnen zu gefallen!

Wie kam die Entscheidung wieder mit Tim Bendzko zusammenzuarbeiten?
Wir verstehen uns einfach! Er hatte auch schon ein Lied für mich geschrieben und es ergab Sinn. Es war interessant mit Tim Bendzko, dem Produzenten, zusammenzuarbeiten und diesen Entstehungsprozess mit ihm und Christian Kalla zu erkunden.

Bei dem Albumtitel drängt es sich auf. Was siehst du, wenn du in den Spiegel siehst?
Das kommt sehr stark auf die Tagesform an. Oft ist es so, dass man sich am Anfang des Tages noch nicht so toll fühlt und es sich über den Tag zum Positiven wendet.

Es klingt als hättest du beim Schreiben viel Soulsearching betrieben – ist dir das wichtig?
Ja, ich beschäftige mich viel damit. Man überlegt, welche Themen sind mir wichtig. Beleuchte ich die Liebe positiv oder eher negativ. Momentan geht es mir gut und ich bin glücklich. Aber die Vergangenheit und das Leben geben einem mehrere Antworten und wenn man darüber nachdenkt, ist alles offen.

Viele Künstler meinen, sie schreiben besser, wenn es ihnen schlecht geht. Wie ist das bei dir?
Ach, die negativen Situationen vergisst man doch nicht. (lacht) Außer sie sind wirklich abgeschlossen. Zurückblicken kann sehr interessant sein –  es ist dann eine andere Erfahrung. Auch andere Leute können sich gut hineinversetzen, denn „misery loves company“.

Cassandra Steen Spiegelbild Cover

Du schreibst nicht nur über dich selbst, sondern auch über Geschichten, die du aus Begegnungen und Beobachtungen ziehst. Beobachtest du gerne?
Unterstellst du mir Leute zu bespitzeln? (lacht) Ich setze mich gerne mit einem guten Buch in ein Café. Manchmal beobachte ich wie Menschen interagieren und sich geben. Es ist schön, wenn man sich selbst für einen Moment vergisst und versucht sich in jemanden hineinzuversetzen.

Wie war es bei deinem letzten Wienbesuch im September bei „Hollywood in Vienna“ mit einem großen Orchester zu spielen?
Das war wirklich sehr speziell! Besonders mit Randy Newman zu spielen war eine Ehre.  Diese Musiker beherrschen ihre Instrumente absolut. Sie haben ein geschultes Timing und spielen mit Gefühl aber auch viel Technik. Es war ein Highlight für mich von dem ich heute noch oft rede.

Als Teil der KIKA Kinder-Casting-Show „Dein Song“ – Liegt dir Frühforderung am Herzen?
Ich finde sie wahnsinnig wichtig! Ich finde es schade, dass es daran so lange gehapert hat – nicht nur in der Musik. Wir haben viele Talente ins Ausland geschickt. Einige Hirne mit Gefühl gehen uns verloren. Ich finde das sehr schade, seine Kinder lässt man auch nicht so einfach gehen.

Obwohl rein musikalisch gesehen macht ihr Deutschen das besser mit eurer eigenen Musik als wir Österreicher, oder?
Vielleicht. Aber Musik wird nicht ganz als das gesehen, was es ist. Es zählt, wer am schönsten im Fernseher herumspringt. Musik und auch Lyrik an sich wird leider weniger gefördert.

Du engagierst dich für die PETA – Wie wichtig ist dir Natur- und Tierschutz privat?
Man muss seine Augen und Sinne öffnen. Wer einen Pelzmantel kauft, muss sehr ignorant und blind sein. Bei der Erzeugung geht so viel kaputt. Generell sehe ich Massentierhaltung als Armutszeugnis der Menschheit. Unsere Bauern sind so wichtig. Ich bin ein Naturadvokat. Bei Menschen setzte ich mich eigentlich nur für Brustkrebs ein.

Was ist dein größter Gewinn im Leben?
Mein Großvater, mein zweiter Hund – den Ersten habe ich leider hergegeben – und mein Mann.




There are no comments

Add yours