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Lary by  ©Benjamin_Odutola

Lary by ©Benjamin Odutola

Lary: „Ich habe versucht meine Persönlichkeit in Musik zu übersetzen…“

Studium, Modelkarriere, New York – Lary hat schon viele Wege eingeschlagen! Einer steht der Tochter eines Jamaikaners und einer Deutschen aber am besten – die Musik. Neue Deutsche Welle war gestern, FutureDeutscheWelle ist heute!

Du hast einmal gesagt, dass in Deutschland Schwarze Sängerinnen gerne in die Soul-Ecke gedrängt werden. Deinen Musikstil nennst du FutureDeutscheWelle. Hast du dir bewusst ein eigenes Genre geschaffen?
Man macht es dadurch einfacher! Viele Leute brauchen eine Box und Kategorien. Ich dachte, ich suche sie mir selbst aus. Als ich noch nichts veröffentlicht hatte, haben viele gefragt ob ich Soul/R’n’B mache. Meine Antwort war – irgendwie nicht, aber auch nicht komplett gar nicht. Es ist irgendwie zwischen Allem!

War dir immer schon klar was genau du machen willst?
Ich habe früher Soul gemacht, in einer Punk-Rock-Band gespielt und viele andere Dinge. Mein jetziger Sound ist eine Mischung aus den Dingen die ich höre, den Menschen, denen ich begegne und den Orten, an denen ich lebe. Ich habe versucht meine Persönlichkeit in Musik zu übersetzen und das ist dabei rausgekommen.

Du hast eine sehr persönliche Art Songs zu schreiben – war das schon immer dein Ansatz?
Das hat sich ergeben als ich aufgehört habe mit anderen zu schreiben. Ich kann nur nach außen tragen, was ich fühle und denke. Dadurch gebe ich viel über mich selbst preis. Eigentlich weiß ich selbst noch nicht so ganz, wie ich dazu stehe.

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Dein erstes in Eigenregie aufgenommenes Video „Bedtime Blues“ würde gleich mal von einer Größe wie Jan Delay auf seinen Social Medias geteilt. War das eine Überraschung?
Plötzlich hatte ich total viele Facebook-Fans und kannte mich erst gar nicht aus. Ich finde es total super, dass so ein etablierter Künstler wie Jan Delay – der in Deutschland auch ein wenig die Style-Polizei ist – auf so etwas aufmerksam macht. Das fehlt mir manchmal ein bisschen! Es kann ungemein helfen, wenn ein großer Act preisgibt, welche Newcomer er gerade feiert. Mir hat das enorm geholfen!

Dein Debütalbum ist im September erschienen. Ist das Gefühl jetzt anders mit einem Label im Rücken?
Mir kommt vor, dass die Dinge langsamer geschehen, weil ich mit viel mehr Menschen darüber reden muss. Klar, man fühlt sich sicherer und aufgefangener. Natürlich streichelt ein Plattenvertrag das Ego. Ich mache immer noch mein Ding mit Freunden und Leuten aus meinem Umfeld. Man muss trotzdem selber dahinter sein und pushen. Ich bin happy, dass ich in der Lage dazu bin, machen zu können, worauf ich Bock hab.

Vielleicht jetzt auch mehr Sicherheit für die Eltern?
Natürlich! Aber Eltern machen sich doch immer Sorgen. Meine Mutter meint immer, „Ja, aber du hast doch auch studiert!“ Ich glaube, solange man kein Millionär ist, werden sich Eltern immer Gedanken machen.

Du bist Teil eines ziemlich interessanten Gym-Teams. Wie kam es dazu?
Eigentlich trainieren wir alle alleine mit Personal-Trainern. Eines Tages ist Nike an uns herangetreten und hat uns zu einer Gruppe eingeladen. Wir alle sind Künstlerinnen – unsere Leben sind ähnlich und wir sind extrem als Team zusammengewachsen. Es macht echt Laune!

Larys Gym-Team

das Gym-Team (von l nach r): Sängerinnen Elif, Leslie Clio, Anna F., Joy Denalane & Lary. (c) Lary facebook-page

Jetzt gerade bist du als Support-Act der Fantastischen Vier unterwegs. Wie ist es für dich in so großen Locations zu spielen?
Es ist krass und etwas ganz anderes! Ich habe eine eigene kleine Tour gespielt – die im März weiter geht – und da waren es Clubs mit einer Kapazität von 200-300. Da kann man sich unterhalten und fast einen Trinken gehen. Diese Tour spielen wir teilweise vor 11.000 Menschen. Ich lerne echt viel –  besonders wie ich meine Energie auf ein so großes Publikum übertragen kann.

Wie kam es zu deinem Markenzeichen, den langen Braids?
Es ist so zirka drei Jahre her und war spontan. Ich hatte davor Poetic Justice gesehen und war komplett auf 90er – bevor es wieder In wurde. Die Leute haben mich erst schräg angesehen als hätte ich einen Zeitsprung gemacht. Irgendwie fangen sie aber langsam an zu nerven. Ich glaube, ich brauche bald etwas Neues. Andererseits ist es mein Look und passt zu mir. Ich bin mir noch nicht 100%ig sicher!

Auf deinem Blog ist ein Text gegen PEDIGA zu finden. Was hältst du davon, dass sich solche Strömungen formieren?
Ich finde es leider fast menschlich! Es gibt viele Leute, die nicht so viel Bildung und kein Geld haben. Es ist leichter andere Menschen dafür verantwortlich zu machen. Doch es wird total gefährlich, wenn man das dann auf Minderheiten abwälzt. Es hat weder Hand noch Fuß. Laut etwas dagegen zu sagen, ist gut – laut zu Leben wahrscheinlich noch besser. Ich denke, dass Beste was man tun kann, ist zu zeigen, dass bei uns alles cool ist.

Wir sagen vielen Dank für das Interview!

 

Wer ist Lary?

  • Lary bürgerlich Larissa Sirah Herden geboren am 20. Juli 1986 in Gelsenkirchen ist eine deutsche Sängerin und Model aus Düsseldorf. Die 28 Jahre alte Wahl-Berlinerin  bekam am 7. September 2014 im Berliner Admiralspalast der New Music Award. Er wird seit 2008 von den neun Jugendsendern der ARD-Radioprogramme verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.



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