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Barbara Alli in ihrem Pop up Store - ©Angelo Kreuzberger

Barbara Alli: „Schaffst du es in Österreich, kannst du es überall schaffen“

Barbara Alli, die in Ghana geborene und in Nigeria aufgewachsene multitalentierte Musikerin, lebt seit 2004 in Österreich. Die Modedesignerin hat im Juni 2014 in der Invalidenstraße 17 einen bunten und fröhlichen Fashion Gallery eröffnet und zusätzlich betreibt sie seit Kurzem ein Pop up Store auf der Mariahilfer Straße 66 (Co2 Concept StoreVienna). Dort verkauft sie ihre Kreationen, die hauptsächlich mit afrikanischem Stoff und Design zu tun haben.

Erzählen Sie uns über sich

Barbara Alli: Ich bin in Ghana zur Welt gekommen und in Nigeria aufgewachsen. In Österreich lebe und arbeite ich seit 2004 als Sängerin. Als  Designerin tätig zu sein, das ist eigentlich eine Leidenschaft, die zu meinem künstlerischen Schaffen zufällig dazu gekommen ist. Es war also nicht geplant, dass ich im Modebereich etwas tun wollte. Mode hat mich mein ganzes Lebenslang begleitet. Aber ich dachte niemals in dieser Branche selbstständig zu werden. Das war am Anfang immer etwas Privates.

Warum wollen Sie Mode-Unternehmerin sein?

Weil viele Leute mich überzeugt haben, das Schöne aus Afrika nicht nur für mich zu gestalten sondern auch für unsere Gesellschaft. Aber auch weil ich der Meinung bin, dass die Afrikanische Mode für ÖsterreicherInnen reif genug ist.

Was für Materialien verwenden Sie für Ihre Mode?

Afrikanische Stoffe sind meine Leidenschaft. Ich will sie nicht wie unsere Vorfahren einsetzen. Wie zum Beispiel rund um die Brust bei denFrauen oder um die Taille bei beiden Geschlechtern gewickelt.

Was gestalten Sie?

Kleidung, Ohrringe, Krawatten, Schuhe, Taschen, Rucksäcke, Armbänder, Schuhe, Schmuck, Gürtel, sehr vielfältig also. Jenseits von Designern, die sich nur auf der Ebene von Kleidung einschränken… Ja. Bei mir will ich die Schönheit und die Buntheit Afrikas überall transportieren. Das ist ein Grund warum ich zum Beispiel nicht nur Kleidungsstücke produziere. Außerdem werden Sie bei mir selten etwas nur aus reinem Afrikanischen Stoff finden. In meinem Atelier genauso wie in diesem Pop-up Store hier auf der Mariahilferstrasse produziere ich Sachen, die gemischt sind. Eine Mischung aus europäischen und afrikanischen Design und Material… Das vermittelt eine andere Stimmung.

Wie erklären Sie eigentlich, dass afrikanische Stoffe weltweit eine Rolle in der Mode spielen?

Ich kann keine globale Erklärung abgeben. Ich kann aus meiner Perspektive sagen, dass es Afrikaner in der Globalisierung verstanden haben, dass ihre Kulturen wichtiger geworden sind und diese sollten auch gezeigt werden. Außerdem sind die prächtigen Farben auch in der Mode sehr entscheidend wenn wir nicht immer eintönig leben wollen.

Sie arbeiten hauptsächlich im dritten Wiener Gemeindebezirk. Wie fühlen Sie sich dort?

Sehr wohl. Das ist ein Bezirk wo ich viel Energie spüre. Ein Bezirk wo meine Kreativität aufblüht. Ein Bezirk wo ich mit so vielen netten Menschen zu tun habe. Wie viele Ideen hat alles wie ein Spiel begonnen. Zuerst in meinem Schlafzimmer, dann im Wohnzimmer usw. Und es war wichtig für mich tolle Menschen zu finden, die mich unterstützt haben. Die kommen aus allen Teilen der Welt. Viele aus Österreich.

Wer hat sie inspiriert, Sie haben sicher Ihre role models?

Ja. Ich habe viele. Aber die Person, die mich sehr unterstützt und inspiriert hat, ist die aus Nigeria stammende und in Wien lebende Mode Designerin AYO VAN ELMAR (Ayo Elisabeth Olaogun). Sie hat mich unterstützt, meine Designs als erstes bei ihr zu präsentieren. So eine positive Person, die mich ermutigt hat. Eine große Künstlerin und Designerin, die ich wirklich sehr schätze. Ich weiß es aus Erfahrung: wenn du es in Österreich schaffst, kannst du überall auf dieser Erde schaffen.

Ich vermute Sie sind auch kreativ in der Küche?

In Österreich esse ich gern Rindsuppentopf (Austrian boiled beef). In vielen afrikanischen Ländern ist die Suppe dicker als die österreichische. Das war wirklich ein Schock wie ich nach Österreich kam. Suppe hier war für mich so dünn und ich fragte mich ob Österreicher nur Wasser trinken. Mit der Zeit habe ich es verstanden. Obwohl das Essen kein österreichisches ist, liebe ich es trotzdem: Pizza. Natürlich liebe ich auch Wiener Schnitzel…

Was gibt es aus Nigeria, dass Sie gern essen?

Reis mit Bohnen…hmmm lecker. I like it a lot and it is just delicious…Aber aus Shito, Banku aus Ghana.

Erschienen im Kurier, Beilage Kurier-Extra „Diversität und Wirtschaft“ am 3. Juli 2015, S. 6




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