Dan McCullers Womens Jersey  Youtube Hommage an Walter Wippersberg: Das Fest des Huhnes | FRESH MAGAZINE

Youtube Hommage an Walter Wippersberg: Das Fest des Huhnes

Walter Wippersberg (1945–2016) – Eine Hommage von Hannes Hofbauer, Probedia Verlag

Am 31. Jänner starb Walter Wippersberg in seiner Heimatstadt Steyr. Mit der bissig-satirischen Dokumentation „Das Fest des Huhnes“ (1992), in der afrikanische Ethnologen das österreichische Brauchtum untersuchen, hat er Filmgeschichte geschrieben. Sein fundamental gesellschaftskritischer Ansatz kam auch in diesem seinem Meisterwerk nicht ohne Religionskritik aus. Nicht Gott erschuf den Menschen, sondern der Mensch erschuf Gott, diese Erkenntnis gab er seinen Leserinnen und Lesern auch als Quintessenz seines Buches „Einiges über den lieben Gott“ (2006) mit auf den Weg.

Walter Wippersberg war Bühnenbildner, Theaterregisseur, Filmemacher und Schriftsteller. Einen besonderen Namen machte er sich als Kinderbuchautor, u.a. mit den Titeln „Kater Konstantin“ und „Schlechte Zeiten für Gespenster“. Als emeritierter Professor der Wiener Filmakademie brachte er in den vergangenen Jahren die Zeitschrift „99“ heraus, die nicht abonniert werden konnte, sondern deren Erhalt eine Auszeichnung durch den Herausgeber darstellte.

In all seinen Arbeiten war Walter Wippersberg politisch. Mit der Künstlern eigenen feinen Sensorik für gesellschaftliche Veränderungen ging er an deren Kritik heran. In seinem letzten, bei Promedia erschienenen Buch „Der Krieg gegen die Raucher. Zur Kulturgeschichte der Rauchverbote“ (2010) spürte er einer mehr und mehr um sich greifenden Verbotsgesellschaft nach, die den Verlust von persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung propagandistisch schönredet. Walter Wippersberg war ein Liberaler im eigentlichen Sinn des Wortes: ungebunden, freimütig, zügellos. So haben wir ihn geschätzt, so wollen wir ihn in Erinnerung behalten.

Hannes Hofbauer/ Promedia Verlag

Wien, den 2. Februar 2016

—- Über das fest des Huhnes —-

Das Verfahren vieler weißer Forscher, die nach Afrika reisen, um ethnologische Studien zu betreiben und anschließend in Dokumentarfilmen die Gewohnheiten und Gebräuche schwarzer Stämme zu interpretieren, hat Walter Wippersberg umgedreht: In seiner Geschichte verschlägt es einen schwarzafrikanischen Forscher nach Oberösterreich. Die Kirchen, einst wichtiger Versammlungsort sind leer – dafür drängen sich die Ureinwohner ob der Enns in einem riesigen Zelt zusammen. Dort trinken sie gewaltige Mengen einer gelblichen Flüssigkeit und vertilgen hauptsächlich Hühner. Worauf der Forscher eine Sensation wittert. Das weiße Volk hat ein neues Götzenbild: Das Huhn hat das Lamm abgelöst.

Regie: Walter Wippersberg (Wikipedia)

Quelle: derstandard.at  8Text leicht modifiziert)




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