1200x670px_72dpi_MAXWELL_MG_0323_bearb

Foto: Markus Krivan/ model: Maxwell Odero

INTERVIEW: KIDS OF THE DIASPORA – LENI CHARLES

„When i was a kid, i didn’t know i was one of us. I knew, that i was different. Different, just like anybody else.“

Das Lifestyle und Fashion Label „Kids Of The Diaspora“ aus Wien verbindet Menschen unterschiedlichster Kulturen und ermöglicht es, eine ganz neue Art des Zusammenhalts zu schaffen. Der kreative Kopf hinter der Vision: Leni Charles. Wir haben der Wienerin mit nigeranischen Wurzeln ein paar Fragen gestellt.

Was hat dich zu dieser Idee inspiriert?
Ich würde sagen mein Umfeld. Egal wo ich bin, ich bin immer auf der Suche nach Gleichgesinnten. Nach Menschen, die ihrer eigenen Identität und ihren Wurzeln folgen – und wenn ich diese finde, ist es als ob mein Herz einen Freudensprung macht. Das ist ein starkes Gefühl, das ich kaum in Worte fassen kann und es begleitet mich schon mein Leben lang. Und auch wenn ich es nicht beschreiben kann, weiß ich, dass es unzählige Menschen gibt, die ebenso fühlen. Ich bin von einem universellen Gefühl inspiriert.

(c) Lukas Lerperger

Die Gründerin (c) Lukas Lerperger

…und was ist die Message von „Kids of the Diaspora“?
Es ist in erster Linie eine Love-Message:  So fern wir einander sind, so wenig wir uns auch kennen, stehen wir uns doch näher als wir denken – Our roots run deep. Mit wir meine ich alle Menschen, die sich zwischen Kulturen bewegen, weit entfernt von ihren Wurzeln aufwachsen, Wurzeln in verschiedenen Länder haben, ihre Wurzeln gar nicht kennen oder sogar ignorieren. „Kids of the Diaspora“ soll auf das Potential des Raums zwischen den Kulturen aufmerksam machen und es mit Liebe füllen. Niemand kann besser zwischen den Kulturen kommunizieren, als Menschen, die mit beiden vertraut sind.

„There is a space between cultures and we are the ambassadors.“ 

Wer steckt hinter dem Team von KOTD?
An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem Team bedanken: Lara James, Phillip Ogunfojuri, Joy Adenike, Amira Pfeisinger und Maxwell Odero. Weiter Dank gilt Wale Ajibade, Vincent Jakabb, Karl Neubart , Paul Blaze, Christl Clear und Cherrellone.
Und dem Producer: Das Kollektiv studiounlabeled (Leni und Dominik)

Uns alle verbindet das Gefühl, ein Kid of the Diaspora zu sein.

Außerdem sind wir außer Rand und Band, dass die Message durch unsere KOTD Ambassador Shirts weite Kreise zieht und bei Celebrities wie Young Paris, Melina Matsoukas, Fat Tony, Sasha Blane, Joy Denalane, LARY und vielen mehr Anklang findet. Danke für euren Support!

An welche Zielgruppe richtet sich die Marke?
An alle Menschen, die sich mit „Kids of the Diaspora“ identifizieren können und wollen. Beziehungsweise an jeden, der die Botschaft versteht – das sind alle, die kulturelle Vielfalt feiern und lieben. Wir beziehen uns auf den modernen, sehr freien Begriff der Diaspora, der neben der klassischen Bedeutung, die digitale und die queer Diaspora miteinbezieht.

Was für eine Bedeutung hat die Schrift und warum hast du das Design gewählt?
Ich bin selbständige Artdirektorin und Typografie gehört zu den wichtigsten Werkzeugen der Visuellen Kommunikation. Für „Kids of the Diaspora“ habe ich bewusst eine Schrift mit starker Persönlichkeit gewählt: Eine gebrochene Schrift. Die Fraktur. Ihre Verwendung in dem Kontext unterstreicht den ‚Culture Clash‘, durch ihre Wurzeln und Geschichte. Die Fraktur wurde 1941 als Normschrift verbannt, da sie als ‚Judenletter‘ kategorisiert wurde. Die Schrift hat eine starke Energie, die auch wieder in der Popkultur Anklang findet.

(c) Leni Charles / studiounlabeled

(c) Leni Charles / studiounlabeled

Bildschirmfoto 2017-03-03 um 11.05.42

 

In der gesamten visuellen Kommunikation, also im Video – und selbst im Shirt – spielen wir mit viel Weißraum. Genau so stelle ich mir den Raum zwischen den Kulturen vor. Undefinierbar, angreifbar, exposed und weit. Ein Raum ohne Ecken und Kanten, der kein Ende hat. Der Aufdruck hinten am Shirt zeigt ein Raster als Designelement. Ist gerade cool, aber symbolisiert viel mehr eine ungeladene Landkarte…

Processing“ – Das eingenähte rote Label „Bloodline Tag“ hat innen ein Gedicht, das von Vincent Jakabb, geschrieben wurde. Er hat sich als KOTD von seinen jüdischen Wurzeln inspirieren lassen. Das Visual Poem kann man auch auf der Website ansehen.

Was ist in Zukunft noch für KOTD geplant?
Neben den limited Ambassador Shirts werden bald weitere Items erhältlich sein. Außerdem arbeiten wir an internationalen Kollaborationen im Bereich Mode, Design, Musik, Malerei, Film, Fotografie, Poesie, Illustration, Performance Art, Events und Projekten mit Influencers.

Danke für das Interview, Leni!

Hier findet ihr die KIDS:

Homepage: www.kidsofthediaspora.com Mail: hi@kidsofthediaspora.com

Instagram: https://www.instagram.com/kidsofthediaspora/

Facebook: https://www.facebook.com/kidsofthediaspora/?fref=ts

Das Shirt könnt ihr online auf der Homepage oder im karl michael shop (Getreidemarkt 13, 1060 Wien) erwerben.

 




There are no comments

Add yours