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Wir müssen mal über den „Trend“ der rassistischen Werbekampagnen reden

Ich weiß nicht, was momentan auf der Welt los ist, aber es scheint so, als ob rassistische Kampagnen im „Trend“ sind. Es findet quasi ein Battle zwischen verschiedenen Firmen – ja, ich meine euch Nivea und Pepsi – statt, in dem sie versuchen, den größten Shitstorm der Woche für sich zu gewinnen.

Pepsi sorgte Anfang letzter Woche mit seinem neuen Werbespot für eine Menge Aufregung. Der Getränkehersteller ließ sich von den Geschehnissen des letzten Sommers, besser gesagt von den Protesten des „Black Lives Matter“-Movement inspirieren. In dem Clip spielt Kendall Jenner, die nichts mit den Aufständen zu tun hatte, die Hauptrolle. Sie stellt sich am Ende des Spots vor einen Polizisten und öffnet einen Dose Pepsi. Der Polizist nimmt die Dose an, lächelt seinen Kameraden zu und bringt dadurch den Aufstand zum Ende. Hier das medienikonische Bild, an dem sich die Werbung anlehnt:

© JONATHAN BACHMAN / REUTERS/REUTERS

© JONATHAN BACHMAN / REUTERS/REUTERS

An sich vielleicht eine „nette“ Idee, Menschen zusammenzubringen – aber nicht so. Es ist eine  Beleidigung für die Verbliebenen, der durch Polizeigewalt getöteten und auch für all jene, die sich aufgrund dieser Taten auf den Straßen nicht mehr sicher fühlen. Kommentare wie: „Ab heute werde ich immer eine Flasche Pepsi bei mir tragen, wenn die Polizei mich anhält“ wurden auf Twitter und andern Social Media-Plattformen kurz nach der Veröffentlichung des Videos vermehrt geteilt. Faktum ist, sie haben Recht.

Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, einen Protest für Eigenwerbung zu nutzen? Und dann noch eine privilegierte, reiche, weiße Frau als Protagonistin zu küren, die sich nicht für die Proteste interessiert hat?

Dann legte Nivea noch einen drauf. Mit ihrer neuen Kampagne „White is purity“, löste die Firma nicht nur zwei oder drei Facepalms aus, sondern abertausend. Hier das Bild, falls ihr es noch nicht gesehen habt:

(c) Facebook Nivea Middle East

(c) Facebook Nivea Middle East

„Weiß ist Reinheit.“ Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand auf die Idee gekommen ist, diesen Slogan zu wählen. Aber naja, bei einer Gruppe hat es anscheinend den gewünschten, positiven Effekt erzielt.

Ja, Rechtsextremist*innen feiern Nivea. Menschen mit Seele und Empathie nicht. Aber Nivea sich ja von jemanden inspirieren hat lassen – dem Seifenhersteller „Fairy Soap“, der in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts mit diesen Plakaten warb:

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Nivea, bitte suche deine Inspiration nicht mehr hier. Oder entlasse die Menschen, die die Werbungen machen. Denn anscheinend hatten wieder dieselben Leute, die diese „interessante“ Kampagne leiteten, ihre Hand im Spiel:

(c) NIVEA

(c) NIVEA

Nivea kann es mit den rassistischen Werbungen wohl nicht lassen. Anscheinend passt diese Marke einfach nicht zu Schwarzen Menschen. Sie müssen sich „re-zivilisieren“ oder einfach der Tatsache ins Gesicht sehen, dass „Weiß Reinheit widerspiegelt.“ Wie kann es sein, dass im Jahr 2017, anscheinend „Repräsentation“, „Diversität“ und „Inklusion“ nur im Duden großgeschrieben werden und viele Versuche diese drei Ziele zu erreichen so kläglich scheitern? Wie kann es sein, dass wir uns abermals mit diesem Thema auseinandersetzen müssen? Wie kann es sein, dass Ideen, oder besser gesagt Kampagnen – die Wochen und Monate lang *geplant* werden – so wenig Weitsicht aufweisen?

 

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