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Warum wir Schwarze Medien (noch) brauchen?

Zum diesjährigen Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, besser bekannt als Tag der Massenmedien, haben wir die Medienlandschaft etwas genauer unter die Lupe genommen und uns gefragt, welche Auswirkungen Medien eigentlich auf die Wahrnehmung Schwarzer Menschen haben.

Medien regieren unseren Alltag. Sei es das abendliche TV-Programm, die Zeitung zum Frühstück, das Radio auf dem Weg zur Arbeit oder die Sozialen Medien im Laufe des Tages – Mediennutzung passiert überall. Doch damit gehen auch verschiedene Herausforderungen einher. Medien sind einer der wichtigsten Grundpfeiler der Demokratie und versorgen die Bürger mit Informationen über das Weltgeschehen. Sie helfen, ein Bewusstsein für soziale und politische Geschehnisse zu entwickeln und können inspirieren. Jedoch haben sie auch eine Wirkung auf unsere Wertvorstellungen, unser Bild der Gesellschaft und unsere moralischen/politischen/religiösen Ansichten. Medien beeinflussen nicht nur unsere Wahrnehmung, sie spiegeln auch wieder, welche Ansichten in der Gesellschaft vorherrschen und halten ihr damit den Spiegel vor.

(c) Yankara Via flickr

(c) Yankara Via flickr

Dies betrifft auch die mediale Präsenz Schwarzer Menschen. Der Fokus der Medienaufmerksamkeit liegt zumeist auf einer Problemdarstellung unter der Rubrik „Ausländer und wie sie uns das Leben schwer machen“, die tatsächlichen Lebenswelten bekommen leider weitaus weniger öffentliche Aufmerksamkeit. Das bedeutet, dass sich Schwarze Personen oft in der Rolle des Objekts der Berichterstattung sehen, seltener jedoch selbst mediale Öffentlichkeit generieren. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Positionen der sogenannten Gatekeeper, also jenen Personen, die entscheiden, was wann und warum an die Öffentlichkeit gelangt, immer noch vordergründig von weißen Männern besetzt werden.

Die Auswirkungen dieser Mechanismen sind vielzählig. Zum einen betrifft das die erwähnte Darstellung von Schwarzen Personen, als soziales Problem, doch auch stereotype Castingrollen in Filmen als Gangster, Drogenbosse, loyale entsexualisierte FreundInnen oder naive Trottel fallen in diese Kategorie. Geschichten über Liebe, Hass oder Freundschaft sind in Zusammenhang mit Schwarzen Gesichtern zumindest im Mainstream-Kino weiterhin eine Seltenheit, auch wenn die diesjährigen Oscars und Emmys mit Serien wie „Atlanta“ oder Filmen wie „Hidden Figures“ und „Moonlight“ einen Schritt in die richtige Richtung setzen.

Cast & Crew Moonlight (c) NBC

Cast & Crew Moonlight (c) NBC

Das Problem hierbei sind – neben dem eher unrühmlichen Bild Schwarzer Menschen auf der Kinoleinwand – vor allem die Signale, welche derartige Darstellungen an die Gesellschaft senden. Eine permanente Überflutung mit negativer Presse und schlechten Bildern führt leider nicht zu einer positiven Wahrnehmung Schwarzer Menschen, sondern zum genauen Gegenteil. Eine der größten Herausforderungen stellt wohl die Entwicklung eines positiven Selbstbildes trotz negativer Außenwahrnehmung dar. Was unter anderem in der Debatte um Body-Shaming und die Auswirkungen von Size-Zero-Models und übermäßig schlanken Instagram-Stars auf das Selbstbewusstsein von Jugendlichen immer wieder medial diskutiert wird, betrifft auch den Einfluss von negativen Stereotype auf das Selbstbewusstsein Schwarzer Kinder und Jugendlicher. Der bereits in den 1940ern entwickelte „Doll Test“ zeigt leider auch in der heutigen Zeit keine großen Veränderungen zu damals.

Doch: Kann diesen negativen Auswirkungen des Medieneinflusses überhaupt entgegen gewirkt werden? In jedem von uns schlummern schließlich Vorurteile und stereotype Ansichten, welche durch Medien verstärkt, verringert oder auch nur in eine bestimmte Richtung gelenkt werden können. Aus diesem Grund ist das Erlernen von Medienkompetenz wohl eines der wichtigsten Handwerkszeuge im Kampf gegen einseitige Berichterstattung. Also lernen, die Informationen zu hinterfragen und in einen größeren Kontext zu setzen.

Hilfreich wäre außerdem, den Konsum von Medien über die klassischen Kanäle hinaus auszuweiten und Medienprodukten abseits des Mainstreams eine Chance zu geben. Dies betrifft Nachrichtenkanäle und Zeitschriften ebenso, wie TV-Produktionen, Radiokanäle und Social Media-Channels, die über diversere Themen berichten – auch aus dem Ausland.

fresh – Black Austrian Lifestyle versucht zumindest für den deutschsprachigen Raum neue Blickwinkel zu eröffnen – solange wir sie noch nicht in den anderen österreichischen Medien finden.

Das ist Diversität (c) Vanessa Spanbauer

Das ist Diversität (c) Vanessa Spanbauer

 

Wir haben uns außerdem bereits an anderer Stelle mit den Darstellungsformen Schwarzer Menschen in Modekampagnen auseinandergesetzt. Den Artikel dazu findet ihr hier: http://freshzine.at/2017/01/12/die-5-darstellungsformen-von-schwarzen-in-modekampagnen-2016/




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