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Binge-Watching-Tipp: „Nola Darling“/“She’s Gotta Have It“

In der vergangenen Zeit mauserte sich Netflix nicht nur zu einem der größten Streaming-Dienste überhaupt, sondern auch zu einem Garant für Quality Content. Mit The Incredible Jessica James, Marvel’s Luke Cage und Dear White People flimmerte bislang auch schon einiges an Melanin über den Bildschirm. Die Neuadaption von Spike Lee’s She’s Gotta Have It von 1986 steht also unter einem guten Stern. 

Die Ausgangssituation der Netflix-Produktion ist die Selbe, wie jene des Originals. Die Serie folgt der jungen Künstlerin und Malerin Nola Darling (DeWanda Wise) aus Brooklyn bei ihrem Versuch sich selbst zu finden und ihren Platz in der Welt einzunehmen – sowie ihre Beziehung zu drei Männern. Diese könnten verschiedener nicht sein. Zuerst ist da der 40-jährige Jamie Overstreet (Lyriq Bent), die kultivierte und höfliche Vaterfigur. Außerdem pflegt sie eine Beziehung zu Greer Childs (Cleo Anthony), einem selbstzentriertem Model und Fotografen. Und schließlich Mars Blackmon (Im Original von Spike Lee selbst, hier von Anthony Ramos gespielt), der humorvolle Jungspund, der sich weigert, erwachsen zu werden. Nola fühlt sich von den besten Seiten der Männer angezogen, will sich jedoch auf keinen Fall festegen und eine Rolle einnehmen, welche sich für sie nicht authentisch anfühlt. In der Serien-Adaption gesellt sich zu der heteronormativen Darstellung ihrer Beziehungen jedoch noch jene zu Opal, einer starken und liebevollen jungen Mutter, hinzu.

Die Neuadaption des Klassikers hält sich weitestgehend an die Vorgaben des Originals, Dialoge werden übernommen und Filmsequenzen nachgestellt. Dennoch ist die Serie eindeutig im Jahr 2016/17 angesiedelt. Dies bedeutet zum einen Farbfilm, Handys, Social Media und eine eindeutig veränderte Garderobe, aber auch eine Veränderung des Zeitgeists und eine Weiterentwicklung Spike Lee’s als Produzent. Konkret etwa die Abänderung der ursprünglichen Vergewaltigungsszene durch Jamie Overstreet, der mit ihrer gelebten sexuellen Freiheit offenbar weniger gut zurechtkommt, in einen nächtlichen sexuellen Übergriff durch einen Fremden und viele Gespräche über Alltagssexismus und die feministische Perspektive der Hauptfigur, welche vor allem eines ist: unapologetically bold and black.

I’m not a freak. I’m not a sex addict. And I damn sure ain’t nobody’s property.

 Die Serie hat gegenüber dem Spielfilm zudem einen maßgeblichen Vorteil: Die Charaktere und ihre Hintergründe können besser ausgeleuchtet und der Kunst eine größere Bedeutung zugestanden werden. Apropos Kunst: Tatyana Fazlalizadeh ist die Künstlerin hinter den bildgewaltigen Malereien und der herausragenden Street-Art-Kampagne, die nicht nur einiges an Sendezeit einnehmen, sondern die gesamte Produktion in einen neuen Rahmen einbetten.

Screenshot youtube.com

Screenshot youtube.com

 

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