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(c) facebook T-Ser

#nichtmituns – wie aus einem Vorfall eine Bewegung wird

Keine paar Tage ist es her, seitdem der österreichische Rapper T-Ser und seine Crew von der Polizei in einem Wiener Park ohne Grund kontrolliert und schikaniert wurden. In diesem kurzen Zeitraum wurde aus einem simplen Hashtag eine Bewegung, die in Österreich und Deutschland den Diskurs um Racial Profiling ins Rollen gebracht hat. Ein paar Stories zum Hashtag #nichtmituns haben wir hier für euch!

Rückblick: Wir schreiben den 14. Oktober 2018. Der Rapper T-Ser und seine Crew haben im Josef-Strauß-Park im 7. Wiener Gemeindebezirk, ein Meeting, als folgende Szenen stattfinden.

T-Ser ist Österreicher und hat nigerianische Wurzeln, bei den anderen in der Gruppe sieht es ähnlich aus. Das Video hält fest, was in Österreich schon für unzählige Schwarze und POC zur bitteren Realität geworden ist – sie werden aufgrund ihres Aussehens aus der Menge gepickt, ohne triftigen Grund kontrolliert und schikaniert. Auf die Frage warum man denn kontrolliert werde, gibt es kaum eine vernünftige Antwort. Im Fachjargon spricht man hier von „racial profiling“. Die Wiener Polizei verwendet in diesem konkreten Fall in einem Statement den Ausdruck „Schwerpunktkontrollen“, was den Verdacht des Racial Profiling nicht entkräftet, denn vielleicht ist einfach das ihr Schwerpunkt.

Der Rapper T-Ser hat nach dem Vorfall seine Fans und Follower dazu eingeladen ihre Erfahrungen mit Racial Profiling unter dem Hashtag #nichtmituns zu teilen.

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Die Erzählungen spiegeln wider, dass der Vorfall rund um T-Ser und seine Crew keine Ausnahme ist. Die Community führt Unaufgeklärten vor Augen, wie real Racial Profling in Österreich ist und bittet um Hilfe. Viele Stimmen sprechen an, dass nicht nur „klassische“ privilegierte Personen auf dieses Thema aufmerksam machen sollen (aka #whitepeople), sondern auch privilegierte Schwarze und POC die Missstände ernster nehmen sollen. Doch auch weiße Menschen posten viel Kritik an der Situation wird unter diesem Hashtag.

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Es bleibt zu erwarten, inwiefern sich die Situation nach dieser Welle an Zuspruch für die jungen Männer und gegen diese Art der Diskriminierung, ändern wird. Aber eines ist sicher: Der Fall um „T-Ser“ und seine Crew wird wohl nicht der letzte gewesen sein in dem Racial Profiling eine große Rolle gespielt hat.

Habt ihr auch Erfahrungen mit Racial Profiling?